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Dr. Alfred Oswald

Projekt Coach, Transformation Facilitator, Collective Mind Coach, Agile Management Navigator, Social Techniques Modeler, Fachgruppe „Agile Management“ der GPM

Die #MICAMP16-Organisatoren haben mich gebeten, einen Blog-Beitrag zu schreiben, indem sie mir drei Fragen mit auf diesen Weg gaben: Wer bist Du?, Was tust Du?, Was ist Deine Motivation am #MICAMP16 teilzunehmen? Und was ist Agiles Management 4.0 und was hat dies mit Innovation im Management, der Ausrichtung unseres BarCamps zu tun?

Die erste Frage „Wer bist Du?“ ist zugleich auch die schwierigste – schwierig vor allem deswegen, weil ich meine Vorstellungen von mir selbst zu vermitteln habe. Ich versuche es mal und fasse meine mentale Vorstellung hierzu in folgendem Ausspruch zusammen: „Nichts ist so praktisch, wie eine gute Theorie.“ Dies ist ein berühmtes Bonmot, das man u. a. dem Psychologen Kurt Lewin und dem Physiker R. P. Feynman zuordnet. Ich hätte auch sagen können „Nichts ist so praktisch, wie eine nachvollziehbare und in der Praxis wirksame mentale Vorstellung“. Dies bringt zum Ausdruck, dass exzellentes zielgerichtetes Handeln nur möglich ist, wenn wir uns selbst und unser Umfeld kennen und wissen, warum wir was wie tun.

Ich bin Physiker und Coach und helfe meinen Kunden, mentale Vorstellungen sichtbar zu machen und durch effizientere und vor allem effektivere Strategien des Handelns zu ersetzen. Dies tue ich durch Projekt Coaching von Einzelpersonen, Abbau von mentalen Teamblockaden und Aufbau von Hochleistungsteams sowie die Begleitung von organisationaler Veränderungsarbeit.

Theorien zu Strukturen und Prozessen mentaler und organisationaler Verhaltensweisen dienen dazu, Muster in diesen Verhaltensweisen zu erkennen und das „Warum“ der Verhaltensweisen zu beleuchten. Dies ist eine zentrale Voraussetzung, um die Strukturen ineffizienter und ineffektiver Verhaltensweisen zu erkennen und durch Verhaltensweisen zu ersetzen, die für die Situation besser geeignet sind.

Hierzu werden von mir Theorien und Modelle aus der Psychologie, der Soziologie, den Naturwissenschaften und der Managementlehre für die Erfordernisse von Beratung, Coaching und organisationaler Transformation nutzbar gemacht. Als Beispiele hierzu nenne ich die Anwendung der naturwissenschaftlichen Theorie der Selbstorganisation für die Selbstorganisation in Teams oder die Theorie der mentalen Verzerrungen und Heuristiken nach Kahneman und Gigerenzer für die Entscheidungsfindung in Projekten.

Und was hat dies alles mit dem #MICAMP16 und Agilem Management zu tun? Zusammen mit Wolfram Müller leite ich die Fachgruppe „Agile Management“ der Deutschen Gesellschaft für Projektmanagement e.  V. (GPM). Unsere Fachgruppe wird von der Motivation getragen, mit Management-Innovationen die Arbeitsmodelle für die Wertschöpfung der Zukunft mitzugestalten. Zusammen mit unseren Kollegen von der GPM Fachgruppe „Critical Chain“ sowie Heiko Bartlog und Falk Schmidt als Organisatoren haben wir Mitstreiter gefunden, die für das gleiche innovative Feuer brennen.

Agiles Management 4.0 ist das Label, unter dem wir in der GPM Fachgruppe Innovationen für die Ausgestaltung der Arbeitsmodelle der Zukunft zusammenfassen. Wir verstehen unter Agilem Management 4.0  eine Führungs- und Managementpraxis, um in einem komplexen und von Unsicherheit gekennzeichneten Handlungsfeld agil (schnell und flink) und proaktiv agieren zu können. Es ist gekennzeichnet durch einen agilen Mindset mit dem Fokus auf:

  • einer Führung, deren Grundlage die Selbstführung ist,
  • einer Führung, die auf den Grundbedürfnissen der Menschen fußt,
  • einer Führung, die das Verständnis komplexer Systeme fordert sowie deren Regulation durch ein iteratives Vorgehen fördert,
  • Menschen, die sich in Teams selbst organisieren,
  • fluide Organisationen, die das anpassungsfähige und schnelle Liefern von nutzbaren Ergebnissen fördern und durch den proaktiven Umgang mit Veränderungen innovative Kundenlösungen schaffen.

Auf der Basis dieser Definition haben wir eine integrale Theorie entwickelt, die zu den obigen Einzelaspekten Antworten liefern soll.

Mit Hilfe dieser integralen Theorie sind wir in der Lage, zu folgenden Themenbereichen Lösungen anzubieten:

  • Agiles Management in Projekten
  • Agiles Multi-Projektmanagement und Transformation von projektorientierten Unternehmen zu mehr Agilität
  • Heterogene Netzwerke mit unterschiedlichen Agilitätsgraden der Netzwerkpartner: z. B. agiler Auftragnehmer – weniger agiler Auftraggeber
  • Agiles Management für die Linie und Konsequenzen für das Personalmanagement

Auf dem #MICAMP16 beleuchten wir wesentliche Aspekte der integralen Theorie des Agilen Managements 4.0 und zeigen beispielhaft deren Anwendung in den genannten Themenbereichen.

Ich freue mich, Euch unsere Vorstellungen vermitteln zu dürfen und auf unseren gemeinsamen Dialog!